Reality Check
Damit du beim Spielen nicht das Gefühl für die vergangene Zeit verlierst, schreibt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 für lizenzierte Online-Anbieter von virtuellen Automatenspielen eine sogenannte Spielerinformation vor, im Alltag oft Reality Check genannt. Nach einer ununterbrochenen Spieldauer von 60 Minuten muss der Anbieter ein Informationsfeld einblenden, das du aktiv bestätigen musst, bevor das Spiel fortgesetzt werden kann.
Mit dieser Information wird üblicherweise die bisherige Spieldauer sowie, je nach Anbieterumsetzung, weitere Angaben wie bisheriger Einsatz oder Verlust angezeigt. Nach der Bestätigung ist zusätzlich eine mindestens fünfminütige Pause vorgeschrieben, bevor das Spiel technisch fortgesetzt werden kann, sodass die Unterbrechung nicht nur informativ, sondern auch zeitlich spürbar ist.
Beispiel: Startest du um 20:00 Uhr eine Spielsitzung an einem virtuellen Automatenspiel und spielst ohne Unterbrechung weiter, erscheint um 21:00 Uhr automatisch das Pflichtfeld mit der bisherigen Spieldauer. Erst nachdem du es bestätigt hast und die anschließende fünfminütige Pause verstrichen ist, kannst du um frühestens 21:05 Uhr weiterspielen.
Ein verbreitetes Missverständnis ist, der Reality Check gelte auch für Spielhallen und Geldspielgeräte vor Ort. Diese konkrete Regelung betrifft ausschließlich virtuelle Automatenspiele bei lizenzierten Online-Anbietern, für stationäre Geräte in Spielhallen gelten mit der Spielverordnung eigene, technisch anders ausgestaltete Pausenregeln. Ergänzend zur Zeitanzeige verpflichtet der Glücksspielstaatsvertrag Anbieter dazu, wesentliche Informationen wie die durchschnittliche Auszahlungsquote und die Gewinnwahrscheinlichkeit für den Höchstgewinn transparent zugänglich zu machen. Diese Pflichtinformation soll insbesondere dem sogenannten Flow-Effekt entgegenwirken, bei dem Spielende durch schnelle Rundenfolgen das Zeitgefühl verlieren und länger spielen als ursprünglich beabsichtigt.
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