Spielerschutz
Spielerschutz ist ein zentrales Ziel des deutschen Glücksspielrechts und umfasst ein ganzes Bündel an Maßnahmen: das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Kalendermonat, das bundesweite Sperrsystem OASIS, den verpflichtenden Panikknopf bei Online-Anbietern, Einsatzobergrenzen wie den Höchsteinsatz von 1 Euro je virtuellem Automatenspiel sowie verpflichtende Sozialkonzepte für Betreiber von Spielhallen, Spielbanken und Online-Plattformen.
Verantwortlich für die Durchsetzung dieser Maßnahmen sind je nach Glücksspielform unterschiedliche Stellen: die GGL für länderübergreifende Online-Angebote, die jeweiligen Landesbehörden für Spielhallen und Spielbanken vor Ort. Ergänzt wird dieser gesetzliche Rahmen durch Beratungs- und Präventionsangebote wie die Telefonberatung der BZgA und das Onlineportal check-dein-spiel.de, die unabhängig von einer konkreten Sperre kostenfrei und anonym erreichbar sind.
Beispiel: Bemerkst du bei dir selbst, dass du regelmäßig länger oder mit höheren Einsätzen spielst als geplant, kannst du mehrere Spielerschutzinstrumente gleichzeitig nutzen: ein niedrigeres persönliches Einzahlungslimit festlegen, den Panikknopf für eine kurzfristige Pause nutzen oder dich über eine vollständige Selbstsperre bei OASIS informieren, je nachdem, wie stark der Handlungsbedarf aus deiner Sicht ist.
Ein Missverständnis ist, Spielerschutz richte sich nur an Personen mit bereits diagnostizierter Sucht. Tatsächlich sind die meisten Schutzmaßnahmen, etwa das Einzahlungslimit oder die Spielerinformation nach 60 Minuten, für alle Spielenden gleichermaßen verpflichtend und unabhängig vom individuellen Spielverhalten wirksam. Für Angehörige gilt: Auch sie können sich an Beratungsstellen wenden, wenn sie bei einer nahestehenden Person Anzeichen für problematisches Spielverhalten beobachten, ohne dass die betroffene Person selbst aktiv werden muss.
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