Merkur / Gauselmann Gruppe
| Firmensitz | Espelkamp, Nordrhein-Westfalen |
|---|---|
| Gründung | 1957 durch Paul Gauselmann |
| Markenname für Geräte | Merkur, seit 1977 im Einsatz |
| Rechtsform | seit 2016 als Familienstiftung organisiert |
| Beteiligungen | über 200 Unternehmen, davon rund 46 wesentlich operativ (Stand 2020) |
| Geschäftsfelder | Geldspielgeräte, Spielhallenbetrieb, Online-Gaming, Sportwetten, Spielbanken |
Die heute als Merkur Group firmierende Unternehmensgruppe wurde 1957 von Paul Gauselmann gegründet und hat ihren Sitz bis heute in Espelkamp in Nordrhein-Westfalen. Der Markenname Merkur wird seit 1977 für Spielautomaten verwendet und zählt inzwischen zu den bekanntesten Automatenmarken in deutschen Spielhallen.
Struktur der Unternehmensgruppe
Seit 2016 ist die Gruppe als Familienstiftung organisiert. Nach Angaben des Unternehmens ist sie an über 200 Unternehmen beteiligt, von denen rund 46 wesentlich operativ tätig sind, der überwiegende Teil davon mit Sitz in Deutschland. Zu den Geschäftsfeldern zählen neben der Herstellung von Geldspielgeräten auch der Betrieb eigener Spielhallenketten, Online-Gaming-Angebote, Sportwetten, Finanzdienstleistungen sowie ein Engagement im Spielbankenbereich. Innerhalb der Gruppe sind Tochterunternehmen wie adp Merkur für die Entwicklung von Geldspielgeräten und Online-Lösungen sowie edict egaming für Online-Spielesoftware verantwortlich.
Merkur-Geräte in der deutschen Spielhalle
Wie jedes andere Geldspielgerät müssen auch Merkur-Automaten eine Bauartzulassung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt durchlaufen und unterliegen den Grenzen der Spielverordnung, etwa dem Höchsteinsatz von 0,20 Euro pro Spiel und der Stundenverlustgrenze von 60 Euro. Die schiere Größe der Unternehmensgruppe ändert nichts an diesen bundesweit einheitlichen Vorgaben.
Wo man Merkur-Produkte findet
Merkur-Geldspielgeräte gehören zum Standardangebot vieler deutscher Spielhallen, teils in von der Gruppe selbst betriebenen Standorten, teils bei unabhängigen Betreibern. Über die Tochtergesellschaften ist die Gruppe zusätzlich im Online-Glücksspiel und im Sportwettengeschäft aktiv, jeweils im Rahmen der dafür geltenden GGL-Lizenzierung.
Einordnung für Verbraucher
Die enge Verflechtung von Herstellung, Spielhallenbetrieb und Online-Angebot innerhalb einer einzigen Unternehmensgruppe ist charakteristisch für den deutschen Automatenmarkt. Spieler begegnen der Marke Merkur deshalb sowohl am einzelnen Gerät als auch als Name ganzer Spielhallenketten.
Typischer Irrtum
Ein verbreiteter Irrtum ist, die Zugehörigkeit eines Geräts zu einer großen, bekannten Unternehmensgruppe wie Merkur sage etwas über dessen individuelle Auszahlungsquote aus. Auch bei etablierten Herstellern hängt diese ausschließlich von der jeweils zugelassenen Gerätesoftware ab, nicht von der Größe des dahinterstehenden Konzerns. Die breite Diversifizierung der Merkur Group über Geräteherstellung, Spielhallenbetrieb und Online-Angebote hinweg ist im deutschen Markt kein Einzelfall, sondern folgt einem Muster, das auch bei anderen großen Herstellern zu beobachten ist. Für die individuelle Spielentscheidung bleibt daher stets die konkrete Zulassung des jeweiligen Geräts oder Angebots maßgeblich. Wer die Herkunft eines Geräts genauer wissen möchte, findet entsprechende Hinweise häufig auf dem am Gerät angebrachten Typenschild, das auch die zuständige Zulassungsstelle nennt.
Begriffe dazu
Verwandte Einträge
adp Merkur (adp Gauselmann)
adp Merkur, früher adp Gauselmann, entwickelt innerhalb der Merkur Group Geldspielgeräte sowie Online-Casino- und Sportwettenlösungen.
Edict / Merkur Gaming (edict egaming)
edict egaming wurde 1998 mit Sitz in Hamburg gegründet und ist seit der Übernahme 2008 Teil der Merkur Group des Gauselmann-Konzerns.
Bally Wulff
Bally Wulff wurde 1950 als Günter Wulff Apparatebau in Berlin gegründet und gehört seit 2022 zum tschechischen Unternehmen Apex Gaming.