Bingo / Keno
| Grundprinzip Bingo | Zahlen auf einer Karte werden bei Ziehung markiert |
|---|---|
| Grundprinzip Keno | Spieler wählt vorab eigene Zahlen aus einem größeren Zahlenfeld |
| Typisches Zahlenfeld Keno | meist 1 bis 70 oder 1 bis 80, je nach Anbieter |
| Hausvorteil | stark abhängig von Anbieter und Gewinnplan, oft im zweistelligen Prozentbereich |
| Rechtlicher Status | Keno teils als eigenständige Lotterieform gesondert reguliert |
| Fundort | Annahmestellen, Spielbanken, konzessioniertes Online-Angebot |
Bingo und Keno gehören zu den Ziehungsspielen, bei denen eine größere Menge an Zahlen zufällig gezogen wird und Gewinne davon abhängen, wie viele der gezogenen Zahlen mit den eigenen übereinstimmen. Bei Bingo besitzt jeder Spieler eine Karte mit vorgedruckten Zahlen, die bei jeder passenden Ziehung markiert werden, bis eine vorgegebene Musterreihe vollständig ist. Bei Keno wählt der Spieler dagegen selbst eine bestimmte Anzahl an Zahlen aus einem größeren Zahlenfeld, meist zwischen 1 und 70 oder 1 und 80, bevor die Ziehung stattfindet.
Wie sich der Hausvorteil bei diesen Spielen zusammensetzt
Anders als bei Roulette oder Craps lässt sich der Hausvorteil bei Bingo und Keno nicht aus einer einzigen einfachen Zufallsstruktur wie einem Würfel oder Rad herleiten, sondern ergibt sich aus dem vom Veranstalter festgelegten Gewinnplan: wie viele Zahlen gezogen werden, wie viele Treffer für welche Auszahlung nötig sind und wie hoch der insgesamt an die Spieler zurückfließende Anteil der Einsätze ist. Je nach Anbieter und konkretem Gewinnplan kann der Hausvorteil bei Keno-Varianten deutlich höher liegen als bei vielen klassischen Tischspielen, teils im zweistelligen Prozentbereich, da ein größerer Anteil der Einsätze für Verwaltung und Gewinnmarge einbehalten wird.
Rechtlicher Rahmen in Deutschland
Keno wird in Deutschland teilweise als eigenständige, von den staatlichen Lotteriegesellschaften angebotene Zahlenlotterie mit fester Ziehung und gesonderter Regulierung geführt, unabhängig von den klassischen Bankhalterspielen im Sinne des Glücksspielstaatsvertrags. Bingo findet sich sowohl in dieser lotterieähnlichen Form als auch als Unterhaltungsangebot in Spielbanken oder bei konzessionierten Online-Anbietern.
Rechenbeispiel
Wählt ein Spieler bei Keno 6 von 20 gezogenen Zahlen aus einem Feld von 70 möglichen Zahlen und trifft davon 4, richtet sich die Auszahlung nach dem jeweiligen Gewinnplan des Anbieters, der genau festlegt, welcher Trefferanteil welchen Gewinnfaktor auslöst. Ohne diesen konkreten Gewinnplan lässt sich weder die genaue Trefferwahrscheinlichkeit noch der exakte Hausvorteil einer bestimmten Runde seriös berechnen.
Typische Irrtümer
Ein verbreiteter Irrtum ist, bestimmte Zahlenkombinationen würden bei der nächsten Ziehung wahrscheinlicher gezogen, weil sie lange nicht gefallen sind. Jede Ziehung ist ein unabhängiges Zufallsereignis, unabhängig davon, welche Zahlen in vorherigen Runden gezogen wurden. Auch die Annahme, Bingo sei grundsätzlich ein Spiel mit niedrigem Hausvorteil wie klassisches Roulette, lässt sich ohne Kenntnis des konkreten Gewinnplans nicht belegen.
Begriffe dazu
Verwandte Einträge
European Roulette
Europäisches Roulette hat 37 Zahlen von 0 bis 36, der Hausvorteil bei einfachen Chancen liegt rechnerisch bei 1/37, also 2,70 Prozent.
Craps
Bei Craps wetten Spieler auf den Ausgang von Würfelwürfen, die Pass-Line-Wette hat einen der niedrigsten Hausvorteile aller Tischspiele.
Sic Bo
Bei Sic Bo werden 3 Würfel geworfen, Wetten auf Summen oder Kombinationen haben stark unterschiedliche Hausvorteile bis über 30 Prozent.