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Spielhallen & Spielotheken

Spielhalle Öffnungszeiten: Sperrzeiten, Sonntage, Feiertage

· Redaktion spielothek.online

Geschlossene Tür einer Spielhalle während der Sperrzeit

Bild: Tim Mossholder via Pexels

Kurz gesagt: Spielhallen müssen täglich eine gesetzliche Sperrzeit einhalten, deren Uhrzeit jedes Bundesland selbst festlegt, und bleiben an stillen Feiertagen wie Karfreitag oder Totensonntag ganz oder teilweise geschlossen. Die genauen Zeiten unterscheiden sich deutlich zwischen den Ländern.

Wer spontan zur Spielhalle möchte, sollte sich nicht darauf verlassen, dass rund um die Uhr geöffnet ist. Anders als etwa Tankstellen oder manche Supermärkte unterliegen Spielhallen einer gesetzlich vorgeschriebenen Sperrzeit, während der jeder Betrieb geschlossen bleiben muss. Hinzu kommen besondere Regeln für sogenannte stille Feiertage, an denen der Gesetzgeber aus Gründen des Gedenkens und der öffentlichen Ordnung schärfere Einschränkungen vorsieht als an gewöhnlichen Sonntagen.

Da das Spielhallenrecht in Deutschland seit der Föderalismusreform von 2006 Ländersache ist, unterscheiden sich Sperrzeiten und Feiertagsregeln von Bundesland zu Bundesland zum Teil erheblich. Dieser Ratgeber erklärt das Grundprinzip, zeigt anhand konkreter Beispiele, wie unterschiedlich die Regelungen ausfallen können, und verweist dich für dein eigenes Bundesland an die richtige Quelle.

Was eine Sperrzeit rechtlich bedeutet

Die Sperrzeit ist ein festgelegter Zeitraum, in dem eine Spielhalle keine Gäste empfangen und keinen Spielbetrieb anbieten darf. Sie unterscheidet sich damit von einer bloßen Wunschöffnungszeit des Betreibers: Die Sperrzeit ist eine zwingende gesetzliche Vorgabe, deren Missachtung als Ordnungswidrigkeit geahndet werden kann. Grundlage sind die jeweiligen Landesspielhallengesetze, die auf der bundesrechtlichen Basis des § 33i Gewerbeordnung (GewO) aufbauen, sowie ergänzend die Feiertagsgesetze der Länder für Sonn- und Feiertage.

Beispiele für Sperrzeiten in einzelnen Bundesländern

Wie unterschiedlich die konkreten Uhrzeiten ausfallen können, zeigen zwei Beispiele. In Nordrhein-Westfalen beginnt die tägliche Sperrzeit für Spielhallen um 1 Uhr nachts und endet um 6 Uhr morgens, geregelt im nordrhein-westfälischen Feiertagsgesetz in Verbindung mit dem Landesspielhallengesetz. In Niedersachsen wurde die Sperrzeit dagegen mit dem am 25. Juni 2026 verkündeten Gesetz zur Änderung des Niedersächsischen Spielhallengesetzes neu geregelt: Statt der vorherigen Sperrzeit von 0 bis 6 Uhr gilt seit dem 26. Juni 2026 eine Sperrzeit von 3 bis 9 Uhr. Der Landesgesetzgeber begründete die Anpassung unter anderem mit den wirtschaftlichen Auswirkungen, die durch die Schließung zahlreicher Doppelspielhallen zum Jahresende 2025 entstanden waren, und dem Versuch, Spielerschutz und die wirtschaftlichen Interessen der Branche in Einklang zu bringen.

Diese beiden Beispiele zeigen bereits, wie stark die Regelungen voneinander abweichen können und wie schnell sich Sperrzeiten durch Gesetzesänderungen verschieben. Für dein eigenes Bundesland verlässt du dich deshalb am besten nicht auf pauschale Angaben, sondern auf die tagesaktuelle Übersicht unter /spielhallenrecht/{land}/. Auch innerhalb eines Bundeslands kann es zudem Unterschiede geben, wenn Kommunen im Rahmen ihres Ermessensspielraums abweichende Sperrzeiten für einzelne Standorte festlegen, etwa in touristisch geprägten Innenstadtlagen.

Sperrzeiten für Spielhallen, ausgewählte Beispiele
Bundesland Tägliche Sperrzeit Stand der Regelung
Nordrhein-Westfalen 1 bis 6 Uhr Nach Feiertagsgesetz NRW / Landesspielhallengesetz
Niedersachsen 3 bis 9 Uhr Seit 26. Juni 2026 nach NSpielhG
Weitere Bundesländer Individuell geregelt Details unter /spielhallenrecht/{land}/

Stille Feiertage: Besondere Ruhepflicht

Neben der täglichen Sperrzeit gelten an sogenannten stillen Feiertagen zusätzliche, meist strengere Einschränkungen. Zu diesen Tagen zählen bundesweit unter anderem Karfreitag, Volkstrauertag und Totensonntag, an denen der Gesetzgeber ein besonderes Ruhebedürfnis der Bevölkerung schützen möchte. Konkret bedeutet das in Hessen: Der Betrieb einer Spielhalle ist an gewöhnlichen Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr erlaubt, am Karfreitag jedoch bereits ab 0 Uhr vollständig untersagt, und an Volkstrauertag sowie Totensonntag ist der Spielbetrieb ab 4 Uhr morgens nicht mehr gestattet.

Wie es in Nordrhein-Westfalen aussieht

In Nordrhein-Westfalen sieht das Feiertagsgesetz NW ein Spielverbot am Karfreitag von Mitternacht bis 6 Uhr des Folgetags vor. Am Volkstrauertag gilt ein Verbot von 5 bis 13 Uhr, an Allerheiligen und Totensonntag von 5 bis 18 Uhr, und an Heiligabend endet der zulässige Betrieb bereits ab 16 Uhr. Diese Beispiele machen deutlich, dass sich sowohl die betroffenen Feiertage als auch die genauen Uhrzeiten zwischen den Bundesländern unterscheiden.

Wichtig: Verlasse dich bei stillen Feiertagen nicht auf Erfahrungswerte aus anderen Bundesländern. Die Liste der betroffenen Feiertage und die jeweiligen Uhrzeiten legt jedes Land in seinem eigenen Feiertagsgesetz fest, weshalb identische Kalendertage von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich behandelt werden können.

Wie du die aktuellen Öffnungszeiten prüfst

Statt dich auf veraltete Aushänge oder Erfahrungsberichte zu verlassen, kannst du die aktuellen Öffnungszeiten einer konkreten Spielhalle direkt über unser Tool /oeffnungszeiten-check/ abfragen. Dort siehst du auf einen Blick, ob ein Standort zum jeweiligen Zeitpunkt regulär geöffnet haben darf, oder ob gerade eine gesetzliche Sperrzeit beziehungsweise ein feiertagsbedingtes Spielverbot greift.

Tipp: Plane besonders rund um Karfreitag, Volkstrauertag und Totensonntag genug Zeitpuffer ein, da an diesen Tagen vielerorts deutlich frühere Schließungen oder ganztägige Verbote gelten als an gewöhnlichen Sonntagen.

Warum die Sperrzeiten überhaupt existieren

Sperrzeiten sind kein reiner Verwaltungsakt, sondern Teil des gesetzlichen Spielerschutzkonzepts. Nächtliche Öffnungszeiten gelten in der Suchtforschung als Risikofaktor, weil sie exzessives Spielen ohne natürliche zeitliche Unterbrechung begünstigen können. Durch verpflichtende Ruhephasen soll verhindert werden, dass Spielhallen dauerhaft als Ausweichort für unkontrolliertes Spielverhalten genutzt werden. Gleichzeitig berücksichtigen die Länder bei der Ausgestaltung, wie im Fall Niedersachsens gezeigt, auch wirtschaftliche Interessen der Branche, sodass die konkrete Uhrzeit stets ein Kompromiss zwischen Spielerschutz und Betriebsrealität ist.

Unterschied zu Spielbanken und Online-Spielotheken

Während stationäre Spielhallen an feste Sperrzeiten und Feiertagsregeln gebunden sind, gelten für staatliche Spielbanken teils eigene, individuell festgelegte Öffnungszeiten, die sich am jeweiligen Standort und an landesrechtlichen Vorgaben für Spielbanken orientieren und nicht automatisch mit den Sperrzeiten für Spielhallen übereinstimmen. Wer die Unterschiede zwischen beiden Betriebsformen genauer verstehen möchte, findet dazu einen eigenen Ratgeber im Bereich Wissen und Geschichte.

Lizenzierte Online-Spielotheken mit GGL-Lizenz unterliegen dagegen keiner klassischen Sperrzeit im Sinne des Landesspielhallenrechts, da sie nicht unter die Gewerbeordnung für Spielhallen fallen, sondern unter den Glücksspielstaatsvertrag 2021 für virtuelles Automatenspiel. Spielerschutz wird hier stattdessen über andere Instrumente sichergestellt, etwa das anbieterübergreifende Einzahlungslimit, die Pflicht zur fünfsekündigen Pause zwischen zwei Spielrunden und die verpflichtende Anbindung an die Sperrdatei OASIS. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zu den Regeln für Online-Slots in Deutschland.

Betrieb außerhalb der Sperrzeit: Konsequenzen

Öffnet eine Spielhalle trotz geltender Sperrzeit oder an einem stillen Feiertag, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit nach dem jeweiligen Landesspielhallengesetz. Die zuständige Ordnungsbehörde kann ein Bußgeld verhängen, bei wiederholten oder schwerwiegenden Verstößen ist auch der Entzug der gewerberechtlichen Erlaubnis nach § 33i GewO möglich. Für dich als Besucher bedeutet ein Betrieb außerhalb der offiziellen Zeiten in erster Linie, dass du dich an einem Standort befindest, der zu diesem Zeitpunkt nicht regelkonform arbeitet, auch wenn die Türen faktisch offenstehen. In solchen Fällen ist zudem nicht sichergestellt, dass Ausweiskontrolle und OASIS-Abgleich mit der sonst üblichen Sorgfalt durchgeführt werden, was ein zusätzliches Warnsignal sein kann.

  • Prüfe die aktuelle Sperrzeit deines Bundeslands über /spielhallenrecht/{land}/.
  • Nutze den /oeffnungszeiten-check/ für eine konkrete Spielhalle vor dem Losfahren.
  • Plane an stillen Feiertagen wie Karfreitag mit deutlich eingeschränkten oder keinen Öffnungszeiten.
  • Beachte, dass sich Sperrzeiten durch Gesetzesänderungen kurzfristig verschieben können, wie zuletzt in Niedersachsen 2026.
  • Melde dauerhaft geöffnete Spielhallen während der Sperrzeit gegebenenfalls der zuständigen Ordnungsbehörde.

Häufige Fragen

Haben Spielhallen rund um die Uhr geöffnet?

Nein. Jedes Bundesland schreibt in seinem Spielhallengesetz eine tägliche Sperrzeit vor, in der Spielhallen geschlossen bleiben müssen. In Nordrhein-Westfalen gilt beispielsweise eine Sperrzeit von 1 bis 6 Uhr, in Niedersachsen seit Juni 2026 von 3 bis 9 Uhr.

Warum sind Spielhallen an Karfreitag geschlossen?

Karfreitag zählt in Deutschland zu den sogenannten stillen Feiertagen, die durch die Feiertagsgesetze der Länder besonders geschützt sind. In Hessen etwa ist der Betrieb einer Spielhalle am Karfreitag ab 0 Uhr vollständig untersagt, in Nordrhein-Westfalen von Mitternacht bis 6 Uhr des Folgetags.

Gilt die Sperrzeit bundesweit einheitlich?

Nein. Da das Spielhallenrecht seit der Föderalismusreform Ländersache ist, legt jedes Bundesland Beginn und Ende der Sperrzeit selbst fest. Die konkreten Uhrzeiten für dein Bundesland findest du in der Übersicht unter /spielhallenrecht/{land}/.

Sind Spielhallen an normalen Sonntagen geöffnet?

An gewöhnlichen Sonn- und Feiertagen dürfen Spielhallen in der Regel öffnen, allerdings häufig erst ab einer bestimmten Uhrzeit. In Hessen ist der Betrieb an normalen Sonn- und Feiertagen etwa ab 12 Uhr erlaubt, während an stillen Feiertagen wie Totensonntag striktere Regeln gelten.

Was passiert, wenn eine Spielhalle die Sperrzeit missachtet?

Der Betrieb außerhalb der zulässigen Öffnungszeiten ist eine Ordnungswidrigkeit nach dem jeweiligen Landesspielhallengesetz und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Bei wiederholten Verstößen riskiert der Betreiber zudem den Entzug der gewerberechtlichen Erlaubnis nach § 33i GewO.

Eine Spielhalle in deiner Nähe findest du über den /spielhallen-finder/, allgemeine Informationen zum Landesrecht in der Übersicht /spielhallenrecht/, und wenn du grundsätzlich über dein Spielverhalten nachdenken möchtest, hilft dir der /selbsttest/ im Hub /verantwortungsvoll-spielen/ weiter.

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